Von Bayrisch bis International

Gilchings erstes Wirtshaus

Während sich heute die Gäste aussuchen können, wohin sie zum Essen gehen beziehungsweise wo sie Leute treffen möchten, gab es früher nur wenige Möglichkeiten. Das erste Wirtshaus in Gilching war bis 1865 der "Untere Wirt" an der heutigen Weßlinger Straße. Der Betreiber jedoch hatte weit mehr Aufgaben, als sich nur um Wirtshausbesucher zu kümmern. Seinerzeit gehörten zum Gasthaus noch die Landwirtschaft, eine Metzgerei, der Getreidehandel und eine Brennerei. Im Jahre 1867 arbeiteten laut Rudi Schichts Chronik auf Gilchings zweitgrößten Hof mit rund 374 Tagwerk Grund neben den Familienmitgliedern noch weitere 13 Dienstboten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Wirtsbetrieb eingestellt.

Der Obere Wirt eröffnet 1865

Um das Jahr 1865 hörte das Wirtshausmonopol des bis dahin einzigen Wirtes von Gilching auf. Der "Obere Wirt" unter Federführung von Thomas Widmann eröffnete seine neue Gastwirtschaft mit Metzgerei und Fremdenbeherbung an der Schulstraße, gegenüber die St. Vitus-Kirche. Links des Gebäudes war auch die Dorfschmiede untergebracht. Außerdem führte zwischen Wirtshaus und Kirche bis zum Jahr 1891 die Distriktstraße zwischen Hoflach (Alling) und Starnberg durch.

Gasthaus zur Post

Das dritte Gasthaus in Gilching entstand nach dem Jahre 1890 im Haus Nr. 49 (heute Bruckerstraße 44). Errichtet wurde der Gasthof "Zur Post" von Familie Franz Anton. Am 16. Juni 1959 kaufte die Gemeinde den sogenannten "Poststadl" - bis zur Eröffnung der Eisenbahn 1903 war dort auch die Umspannstation für Postkutschen untergebracht - und nutzte ihn fortan als Bauhof.